Es treten auf: Christian Berkel, Johann von Bülow, Max Goldt, Christoph Hein, Thomas Hettche, Julia Holbe, Anja Kampmann, Franziska Knetsch, Andrea Linnebach, Thomas Melle, Sandra Navidi, Boris Palmer, Katerina Poladjan, Michael Quast, Michael Roth, Walter Sittler und viele andere – Auch Hannah Arendt, die Brüder Grimm und Ernest Hemingway sind im Programm.
Nirgendwo sonst kann man die Stars der Literatur-Szene so nah erleben wie beim Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm.

America, what’s on?“
Zum 250. Jahrestag der USA - Geschichte und Gegenwart
Amerikas ein Schwerpunkt beim „Literarischen Frühling
Am 4. Juli 2026 jährt sich zum 250. Mal die Unabhängigkeitserklärung der USA, Grund für den „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“, Geschichte und Gegenwart dieses Landes näher zu beleuchten. Mit der Unabhängigkeit kam 1776 die Demokratie in das Land. Heute hält sein Präsident die Welt mit immer neuen Extratouren in Atem. „Was derzeit vor sich geht, verlangt nach einer tiefgründigen und zugleich leichtfüßigen Betrachtung“, erklärt die Leiterin des Festivals, die Schriftstellerin Christiane Kohl - „deshalb fragt der Literarische Frühling in diesem Jahr: „What’s on, America?“.
So analysiert die in New York lebende Bestseller-Autorin Sandra Navidi die Lage in den USA und die Politikwissenschaftlerin Grit Straßenberger befasst sich mit dem Leben und Werk der deutsch-amerikanischen Totalitarismus-Forscherin Hannah Arendt. Der Schauspieler Michael Quast präsentiert in einer fetzigen Literarischen Revue Anekdoten aus der Geschichte der USA und stellt beim Lese-Dinner im Gourmet-Lokal Philipp Soldan in Frankenberg eine Shortstory des legendären US-Autors Ernest Hemingway vor. Last not least plaudern die Schauspieler Johann von Bülow und Walter Sittler über die Weltgeschichte der Lüge von der Antike bis zur Fake-News-Gegenwart, Titel: „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!“.
Eröffnet wird das Festival am Samstag, dem 21. März, auf Schloss Waldeck von einem der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart, dem in Sachsen-Anhalt lebenden Christoph Hein. Er präsentiert seinen epochalen neuen Roman „Das Narrenschiff“, der die Geschichte der untergegangenen DDR zum Thema hat. Zu Gast sind auch eine Reihe weiterer prominenter Literaten, so der Sprachkünstler Max Goldt oder der Romancier Thomas Hettche, der in seinem neuesten Werk „Liebe“ von Nähe, Entfremdung und Erfüllung erzählt. Thomas Melle führt in „Haus zur Sonne“ in die Anderwelt einer Art sanfter Selbstmordklinik.
In der Nazi-Zeit spielt Anja Kampmanns Buch „Die Wut ist ein heller Stern“ über eine Tänzerin auf der
Hamburger Reeperbahn. Unterdessen erzählt der Schauspieler Christian Berkel von seiner Jugend im
Berlin und Paris der wilden 1960er und 1970er Jahre. Katerina Poladjan blättert in Ihrem Roman „Goldstrand“ ein zeitgeschichtliches Panorama ost-westlicher Verknotungen von 1920 bis heute auf, dazu wird im Schloss Waldeck ein passendes Vier-Gang-Menu serviert. Kulinarische Köstlichkeiten gibt es auch im Landhaus Bärenmühle, wo die Bestseller-Autorin Julia Holbe bei einem Lese-Dinner über ihre lebenspralle, unterhaltsame Familiengeschichte in Luxemburg erzählt.

Christian Berkel, Foto: Julia Reisínger / Lit. Frühling

Sandra Navidi, Foto: D. Spreizenbarth
Stärker als in früheren Jahren gibt das Festival, das von drei führenden Hotels der Region Waldeck-Frankenberg veranstaltet wird, in der Woche vom 20. bis zum 29. März 2026 auch Raum für politische Themen. „Die Zeiten sind danach“, erklärt Christiane Kohl, „und wir stellen uns dieser Herausforderung gerne im Geist der Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit, der uns von Anfang an geleitet hat.“ So tritt am Mittwoch, dem 25. März, in Bad Wildungen der für seine unkonventionellen Vorschläge bekannte Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, ein früherer Grüner, auf. Am Samstag, dem 28. März, stellt in Schloss Waldeck der nordhessische SPD-Politiker und frühere Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, seine Erinnerungen vor, in denen er sich kritisch mit der Russland-Politik seiner Partei auseinandersetzt.
Aktuelle politische Bezüge zum Zustand der Demokratie in unserer Zeit ergeben sich auch bei einem Gespräch mit der Bonner Politikwissenschaftlerin Prof. Grit Straßenberger zu ihrer Biographie über die vor 50 Jahren verstorbene Philosophin Hannah Arendt. Und natürlich spricht auch die Bestseller-Autorin Sandra Navidi aus New York viel und gründlich über Politik – ihr Thema sind die abenteuerlichen Volten des US-Präsidenten Donald Trump und seiner Administration. Die Anwältin, die in der Hochfinanz gut vernetzt ist, legt vor allem dar, wie das Verhalten der Regierenden und ihrer Wählerschaft sich aus der Mentalität und Befindlichkeit der Amerikaner erklären.
Magische Momente, kulinarische Genüsse und beste Unterhaltung
Erstmals seit langem sind auch die ideellen Schutzpatrone des Festivals, die Brüder Grimm, wieder Thema einer Veranstaltung, und zwar gleich im Doppelpack. Im Barocksaal von Schloss Friedrichstein von Bad Wildungen, wo das Café-Restaurant „Aurora“ zu finden ist, liest die Kasseler Kulturhistorikerin Andrea Linnebach bei einem Coffee-Table-Plausch aus den von ihr edierten Briefen, die Jacob und Wilhelm Grimm einst an ihre Verwandten schrieben – ein köstlicher Einblick ins Kasseler Alltagsleben um 1800 mit Kaffee und Kuchen. Wegen des starken Andrangs findet die Veranstaltung zwei mal statt: am Sonntag, dem 22. März, um 11 Uhr und am Donnerstag, dem 26. März, um 16:30 Uhr. Die bisher für diesen Termin am Sonntag, dem 22. März, um 11:30 Uhr im Landhaus Bärenmühle geplante Veranstaltung mit dem niederländischen Bestseller-Autor Tommy Wieringa über die Zeit des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden muss leider entfallen, da der Autor kurzfristig verhindert ist.
Den guten Schluss markiert der Literaturkritiker Denis Scheck mit Eva Gritzmann bei einem Lese-Dinner im Landhaus Bärenmühle am 29. März. Die beiden haben jenes vegetarische Kochbuch herausgegeben, das Franz Kafka vor 100 Jahren nach einem Sanatoriums-Aufenthalt in Dresden geschenkt bekam und fleißig nutzte. Natürlich wird daraus auch gekocht.
Auch die Lesung im Gourmet-Restaurant „Philipp Soldan“ des Hotels Die Sonne Frankenberg, bei der traditionsgemäß ein klassisches Werk der Weltliteratur vorgestellt wird, ist diesmal einem Amerikaner vorbehalten, dem Literatur-Nobelpreisträger Ernest Hemingway. Der Schauspieler Michael Quast trägt Auszüge aus dessen Kurzgeschichte „Das kurze glückliche Leben des Francis Macomber“ vor, dazu reichen der Sterne-Koch Erik Arnecke und sein Team Gerichte, die der polyglotte Bonvivant selber gerne genoss. In einer Literarischen Revue befasst sich Michael Quast überdies mit der amerikanischen Geschichte und Gegenwart: "Hey, Ami come on", heißt die Veranstaltung in Metzen Altem Kuhstall in Ellershausen, bei der zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung mit Musik und starken Texten der "American Way of Life" leichtfüßig und zugleich tiefgründig unter die Lupe genommen wird.
Fake News, von der Antike bis zur Trumpwelt, sind auch das Thema für zwei Herren, die so vertrauenserweckend wirken, dass man ihnen sofort jeden Gebrauchtwagen abkaufen würde. Unter dem Titel "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort" blättern die Schauspieler Johann von Bülow und Walter Sittler im Philipp-Soldan-Forum Frankenberg die Weltgerschichte der Lüge auf.

Johann von Bülow & Walter Sittler, Foto:Steffi Henn
Veranstalter des zehntägigen Festivals, das im Jahr 2012 gegründet wurde, sind drei Hotels im Landkreis Waldeck-Frankenberg, das Hotel Die Sonne Frankenberg, das Hotel Schloss Waldeck und das Romantik Hotel Landhaus Bärenmühle in Ellershausen, deren Angebote für Übernachtungen während der Festivaltage finden Sie hier. Die Hotels werden von mittlerweile rund 30 Unternehmen und Institutionen aus der Region unterstützt, die damit das Ereignis überhaupt erst möglich machen. Die Schirmherrschaft liegt in den Händen der Schauspielerin Iris Berben und des Schriftstellers Stephan Thome.
Teil des Programms ist traditionsgemäß auch eine Serie von Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler von vier Grundschulen und einer Förderschule sowie drei Gymnasien in der Region. Für die Kinder zwischen sechs und zehn Jahren liest in diesem Jahr die Marburger Schauspielerin Franziska Knetsch aus der Reihe „Die Gespensterjäger“ der Bestseller-Autorin Cornelia Funke. Den Mädchen und Jungen der gymnasialen Oberstufe präsentiert die Kasseler Kulturhistorikerin Andrea Linnebach Auszüge aus den von ihr herausgegebenen Briefen der Brüder Grimm aus ihrer Jugend.
Weitere Informationen zum Programm und zu den Angeboten der Hotels finden sich auf der Website www.literarischer-fruehling.de, dort können über den Dienstleister Reservix auch Tickets gebucht werden.

Jacob und Wilhelm Grimm in jungen Jahren.